98elf Stuttgart

 



 

Ergebnisse
 

Stadtliga Ergebnisse (link)

Andere Spiele und Spielberichte:

               
15.12.05 Die Röhre : 98elf 0 : 2  
10.11.05 98elf : Die Röhre 2 : 1  
25.08.05 98elf : Zivi Truppe Botnang 3 : 1  
19.05.05 98elf : Afrika Auswahl 1 : 2 Bild
17.05.2005 VFB Stuttgart Betriebssport : 98elf 7 : 3  
07.04.2005 98elf : Biddy Earlys 5 : 0  
15.02.2005 VFB Stuttgart Betriebssport : 98elf 6 : 3  
10.10.2004 98elf : Afrika Auswahl 8 : 3  
20.06.2004 98elf : Röhre 7 : 3 Spielbericht (Thilo)
01.06.2004 98elf : ASV 2 : 0 Spielbericht (Thilo)
Frühjahr '04 KV Plieningen II : 98elf

unterstützt vom:

3 : 0 Bilder
25.05.2003 98elf :

Tünnes & Co.

0 : 2 Spielbericht (Thilo)
18.05.2003 98elf : ICE Neckarstrasse 2 : 1 Spielbericht (Thilo)
11.05.2003 Ouzo  : 98elf 4 : 4 Spielbericht (Thilo)
04.05.2003 Röhre : 98elf 3 : 1 Spielbericht (Thilo)
31.01.2002 Röhre : 98elf 2 : 4 Spielbericht (Wolle)
               

 

98elf – Die Röhre 7:3 (4:1)

Tabellenführer! 

Das weiße Ballet ist zurück und erteilt den Erzrivalen „Die Röhre“ in der „Mutter aller Spiele“ eine Lehrstunde – Neuzugang Andy Maric (bei Redaktionsschluss noch homosexuell) mit drei Treffern Mann des Tages.

STUTTGART WEST – Was für ein Auftakt in die Stadtligasaison 2004. Mit Offensivfußball vom Allerfeinsten gewann 98elf am Sonntag Mittag nicht nur das richtungsweisende erste Spiel, sondern auch die Herzen der über 35.000 – überwiegend weiblichen – Fans in der ausverkauften Hoffeld-Arena. Und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus dem Gay-Tunnel!

Dabei stand die Mutter aller Spiele zunächst unter keinen günstigen Voraussetzungen. Neben den Langzeitverletzten Tom Lindenberger und Hans-Jörg Ehni (Gute Besserung Euch beiden!) musste das Trainergespann um Chefcoach Berndallo „schweigender Taktiktisch“ Hipfl kurzfristig auf weitere Leistungsträger wie Mittelfeldmotor Nils Linder (Leberzirrhose) und den bajuwarischen Bosporus-Brasilianer Vedi Vadavikhia (indisches Stangenfieber) verzichten. Dennoch konnte eine schlagkräftige 98er-Elf auf das satte Kunstgrün der Hoffeld-Arena auflaufen. Diese erzeugte von der ersten Minute an einen solchen Druck auf das von Ersatztormann Dennis gehütete Gehäuse der ebenfalls ersatzgeschwächten Röhre-Equipe, dass dieser schon nach wenigen Minuten Hören und Sehen verging. Nach drei hervorragend vorgetragenen Offensivaktionen, bei der Bailey, Hipfl und Epple nur knapp am Tormann, dem Pfosten bzw. der Eckfahne scheiterten, schnappte sich der von Schneeweiß Hrvatistan für zwölf Schorle verpflichtete Andy Maric in der 10. Minute das Leder, spielte die komplette Hintermannschaft des Gegners aus und drosch das Spielgerät aus knapp 14 Metern zum hochverdienten 1:0 in den Winkel. Das nennt man dann wohl einen gelungenen Einstand!

 Doch anstatt sich – wie in früheren Spielzeiten – auf dieser Führung auszuruhen, tanzte das weiße Soho-Ballett weiter. Nachdem Thilo „Kopfballungeheuer“ Stölzle das Kunststück vollbrachte, einen Abpraller aus ca. 50 Zentimetern an die Latte zu köpfen, machte er es in der 16. Minute besser: Er düpierte seinen Gegenspieler auf der rechten Seite und zirkelte eine präzise Manni-Kalz-Gedächtnisbanane auf den Kopf des hervorragend postierten Andy Maric, der aus 4 Metern zum zweiten Mal einnetzte. Die mitgereisten Fans waren bereits jetzt aus dem Häuschen. Doch die Abteilung Attacke hatte noch nicht genug. Wolle Wägner traf in der 18. die Latte, Jasmin Saric in der 21. den Pfosten und Jochen Epple in der 25. Minute schließlich mit einem präzisen Flachschuss ins linke unter Eck zum 3:0.  

Nach weiteren zauberhaften Aktionen der Soho-Brasilianer – die Röhre kam kaum einmal aus der eigenen Hälfte und der Luftraum wurde komplett vom überragenden Abwehrchef und fliegenden Holländer Nils von den Hoogerbeets (vielen Dank für die Einladung) kontrolliert – folgte in der 37. Minute der Höhepunkt von Hälfte eins. Niko Weißer spielte seinen kongenialen Gegenpart Matthew Marks auf der linken Seite an, der sich durch die Abwehrreihe der Tunnelkicker tankte, wie seinerzeit die deutschen Linien durch das Heimatland der 98er-Abwehrchefs. Doch damit nicht genug: Er behielt die Übersicht und spielte das Runde mustergültig in den Rücken der Röhre-Defensive, wo es Jasmin Saric direkt zum 4:0 in den Winkel des Eckigen wuchtete. Ein Tor zum Zungeschnalzen! 

Kurz vor dem Pausenpfiff kam es dann doch noch zu einem kleinen Wermutstropfen über die wohl beste Halbzeit in der Geschichte des Offensivfußballs. Der bis dahin von der 98er-Viererkette Elmar „die Wade“ Fettinger, Nils „Air“ van den Hoogerbeets, Wolle „Weita“ Schwenzig und Rainerle „durch die Kimme zieher“ Burth  völlig abgemeldete Gay-Goalgetter Klaus versuchte es aus 25 Meter mit einem Verzweiflungsschuss, der brandgefährlich vor dem Kasten des bis dahin beschäftigungslosen Jochen Louis aufsetzte und zum eher schmeichelhaften 4:1 einschlug. Doch das konnte den mitgereisten 98er-Fans die Halbzeitparty nicht verderben.

Dann schon eher das, was sie zu Beginn der zweiten Halbzeit sehen mussten. Zu überheblich gingen die weißen Sohoianer in die Zweikämpfe und so erzielten die schwarz-blauen in der 49. Minute völlig überraschend ihr zweites Tor. Davon war man so geschockt, dass man das Spiel völlig aus der Hand gab. Angriff auf Angriff der von der Macht der Verzweiflung angetriebenen und die letzte Chance witternden Röhre-Jungs rollte auf den 98er Strafraum zu und Jochen Louis bekam plötzlich mehr zu tun, als ihm lieb war. Mit einigen spektakulären Paraden konnte er den Zwei-Tore-Vorsprung aufrecht erhalten – doch in der 62. Minute war auch er machtlos.

 4:3 – die Zuschauer konnten es nicht glauben. Sollte das zuvor von den 98ern völlig dominiertes Spiel etwa noch gedreht werden können? Das weiße Ballett beantwortete diese Frage standesgemäß mit einer herrlichen Kombination: Fettinger spielte einen präzisen Flügelwechsel auf Knesebeck – der direkt weiter auf Wolle Wägner der den in die Gasse startenden Andy Maric mit einem herrlichen Uwe-Bein-Gedächtnispass bediente. Maric bedankte sich dafür mit einem präzisen und schulmäßigen Vollspannstoß in das rechte Toreck des Gegners – sein dritter und letzter Streich. Unter tosendem Applaus und stehenden Ovationen des Publikums durfte er seinen Arbeitstag vorzeitig beenden.

 Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Nach diesem herrlichen Treffer zum 5:3 brach die Röhre komplett ein, was  das weiße Ballett aus dem Stuttgarter Westen dazu nutzte, seine Fans mit weiteren Kabinettstückchen zu unterhalten. So hätten gut und gerne noch mehr Tore als das 6:3 durch Jochen Epple und das 7:3 durch John Bailey fallen können. Doch es blieb dabei und die Mannen um Röhre-Methusalem Peter dürften selten glücklicher gewesen sein einen Schlusspfiff zu hören, als an diesem legendären Sonntag Nachmittag.

 Fazit: Mit einer – bis auf 20 Minuten – absolut hochklassigen Leistung besiegt 98elf im Klassiker der Stadtliga den Erzrivalen „Die Röhre“ völlig verdient – und sogar noch einige Tore zu niedrig – mit 7:3. Nun kommt es am morgigen Donnerstag, den 8,7. um 19.30 Uhr in der Raichberg-Kampfbahn – standesgemäß unter Flutlicht (SAT 1 überträgt live ab 17 Uhr) – zum Spitzenspiel gegen den amtierenden und ungeschlagenen Stadtliga-Meister Tünnes&Co. Mit der Leistung vom Sonntag darf sich das weiße Soho-Ballett erstmals realistische Chancen ausrechnen, dem übermächtigen Gegner zumindest einen Punkt zu stibitzen. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja zu einer historischen ersten Niederlage der Ackermänner. Eines ist jedoch sicher: Diesen Leckerbissen sollte man sich als Fußballliebhaber nicht entgehen lassen.

 sid/ts

Europa, wir kommen!

Weißes Ballett bat ASV zum letzten Tanz der Stadtliga-Saison – Internationaler Wettbewerb nach Gala-Auftritt verdient gesichert

STUTTGART WEST – So eine Feier hat der Stuttgarter Westen schon lange nicht mehr erlebt: Bis in die frühen Morgenstunden war er zu riechen – der süße Duft von ehrlichem Männerschweiß, Alkohol und Erfolg. Dazu hallte der nie enden wollende Gassenhauer „So sehen Sieger aus“ in den grauen Häuserschluchten des Arbeiterviertels – gesungen aus erschöpften aber rundum glücklichen Männerkehlen einer Mannschaft, die ihrem neuen Markenzeichen „Weißes Ballett“ am vorausgegangenen Nachmittag auch am letzten Spieltag der Stadtliga-Saison alle Ehre gemacht hatte. 

Die Vorzeichen des ehemaligen Kellerderbys waren klar. Nur ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würde den zum internationalen Wettbewerb berechtigenden dritten Tabellenplatz ein für alle Mal sicherstellen. Dieser Druck war der Soho-Selecao zunächst anzumerken. Zwar kombinierte das Mittelfeld, das den Ausfall von Teenieschwarm Nils Linder, der aufgrund des Fotoshootings für das BRAVO Girl-Cover unabkömmlich war, kompensieren musste, ansehnlich nach vorne, doch dem Sturm fehlte die nötige Durchschlagskraft. Insbesondere Sturmführer Dirk Hastenteufel war der Druck in seinem letzten Stadtligaspiel vor dem Wechsel zum italienischen Spitzenclub Vadoalaspiaggia Ancona für die 98er unbedingt treffen zu wollen anzumerken. So ließ er in Hälfte eins die gewohnte Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss vermissen.

Also mussten andere für Zählbares sorgen. Nachdem Matze „Eisenfuß“ Miltner nach einem herrlichen Doppelpass mit unserem anatolischen Analanatomiker Vedi „Würzelbehandlüng“ Vadavikia mit seinem satten Flachschuss aus 28 Metern nur den Querbalken traf und der Flugkopfball des erst kürzlich zum Fußballer des Jahrhunderts Kilaniens gewählte Rolandinho „El Cid“ de Cececaro Cececaro Fernandez Gonzalez Sanchez-Eisele, knapp am rechten Pfosten des ASV-Gehäuses vorbeistrich, machte es Nico Weißer in der 36. Minute besser. Einen herrlich vorgetragenen Angriff über die Stationen Louis-Lindenberger-van den Hoogerbeets-Fettinger-Wägner-Burth-Wägner-Scholl-Wäger-Vadavikia-Hipfl-Hipfl-Hipfl-Schwenzig-Knesebeck-Stölzle-Abel-Marks, der das Leder bis an die Grundlinie vortanzte und butterweich in den Sechzehnmeterraum der Filderstädter flankte schloss Weißer sensationell ab: Er stoppte die Hereingabe gekonnt mit der Brust und drosch das Spielgerät per Volleyschuss unhaltbar in den Winkel. Da musste selbst der Gegner anerkennen: Das war das Tor des Monats – nein – des Jahres!!! Diese hochverdienten 1:0 Führung hielten die Götter des Westens mit ruhiger, abgezockter Spielweise bis zur Halbzeit, ohne das der weiter defensiv eingestellte Gegner auch nur in die Nähe des 98elf-Gehäuses kam.

Nach dem Pausentee machten die Männer mit dem Schriftzug der Stuttgarter Arbeiter- und Szenebar SOHO auf der Brust ordentlich Dampf. Kein Wunder – schließlich galt es noch mindestens einmal zu treffen, um die vor der Saison kaum erhoffte gezogene Europacupqualifikation zu schaffen. Folgerichtig erspielte man sich eine Reihe von hochkarätigen Torchancen – eine schöner herausgespielt als die andere. Das erste Zungenschnalzen der völlig begeisterten Fangemeinde verursachte der ruhende Pol der Mannschaft – Bernd Hipfl –  mit einem spektakulären Klaus-Fischer-Gedächtnis-Fallrückzieher nach schöner Hastenteufel-Flanke. Leider verhinderte das Lattenkreuz den verdienten Torerfolg. Wenig später traf Sven van den Hoogerbeets, der vor dem Spiel seinen Vertrag bei den 98ern um weitere drei Jahre verlängerte, nach einem herrlichen 60-Meter-Solo bis zum 5-Meter-Raum des ASV nur die Eckfahne. Und nach weiteren drei Minuten scheiterte Jörn Knesebeck mit einem sehenswerten Hackentrick an der Wodka-Bull-Fahne von Soho-Abwehrchef Tom Lindenberger.

Nach rund einer Stunde wurde das Trainergespann – Vedi „wieso die schwarzen Trikots“ Vadavikia, Wolle „dat mutt jetz aba nen Tor sain“ Schwenzig und Wolle „Betong“ Wägner – nervös und brachte für den völlig ausgepumpten Knesebeck frisches, englisches Männerblut ins Spiel. Und siehe da: John Baylie trotz einer leichten Aduktorenblessur ins kalte Wasser zu werfen erwies sich als goldrichtig. Mit seiner ersten Ballberührung stoppte er das von Pornoproduzent Kristian „The Lord“ Costa-Zahn genau in den Lauf gepasste Spielgerät und schoss es mit seiner zweiten wie einen Strich in die linke untere Ecke des ASV-Kastens.

Während es auf den Tribünen kein halten mehr gab, verpassten die elf 98er in der Folgezeit durch Unkonzentriertheiten im Torabschluss den Sack zu zumachen. So musste man bis zum Schlusspfiff um den Einzug ins internationale Geschäft zittern. Zwar hatten die Schlesinger Stadtalkoholiker bis zur 90. Minute keine klare Torchance, doch kurz vor dem Schlusspfiff tanzte ASV-Legende Thomas seinen 165 Kilo-Astralkörper geschickt durch die wohl schon mit den Gedanken beim Feiern befindlichen Soho-Abwehrrecken und zog aus 9 Metern ab. Spätestens jetzt wurde klar, wofür Jochen „die Katze“ Louis heute aufgestanden war. In seiner gewohnt sicheren Art entschärfte er das ASV-Geschoss mit einer Schildkappen-Glanzparade. Das war die letzte Aktion in einem von Soho-Seite aus hochklassig geführten Spiel. Sekunden später war der um fünf Tore zu niedrig ausgefallene 2:0 Sieg amtlich.

Am Schluss gab es kein halten mehr: Die Fans stürmten das Spielfeld und lagen sich mit den überglücklichen 98ern weinend vor Glück in den Armen. Die Sensation der Stadtliga war perfekt. Durch Zauberfußball, kluge Verstärkung des Kaders und taktische Meisterleistungen entwickelte sich die Soho-Selecao in nur einer Saison vom Punktelieferanten zum Meisterschaftsaspiranten. Und wenn der Abgang von Torschützenkönig Hastenteufel einigermaßen kompensiert und das Team weiter verstärkt werden kann, könnte nächstes Jahr noch mehr drin sein. Wir werden sehen. Bis dahin noch mal die Abschlusstabelle zum Genießen:

Pl.    Mannschaft                       Sp.    Tore    Diff.    Punkte

1.      Tünnes & Co.                    6        28:3    +25        18

2.      Die Röhre                          6        20:11   +9         12

3.      98elf                                 6        11:11     0         10

4.      Ouzo 12                            6        20:21   - 1         10

5.      Frühlingsbällchen             6         17:15  +2           6

6.      Neckarstraße                   6          7:13   - 6           6

7.      ASV                                 6          3:32   -29          0

 

98elf – Tünnes & Co. 0:2 (0:1)

Respekt gewonnen – Spiel verloren!

Soho-Selecao leistet amtierendem Meister lange Widerstand – starke Leistung wird jedoch nicht belohnt

STUTTGART WEST – Nach dem Schlusspfiff war den 98ern sowohl Erschöpfung als auch Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, schließlich konnte man den haushohen Favoriten und bis dato ungeschlagenen Tünnes-Jüngern lange Zeit Paroli bieten. Einzig der verdiente Lohn in Form eines Punktgewinnes bleib aus.

Dabei hatte das Spitzenspiel (Der Dritte traf auf den Ersten) vielversprechend angefangen. Die wiederum zahlreich erschienene Fangemeinde trieb das weiße Soho-Ballett mit Anfeuerungsrufen in Schwermetallstromgitarren-Lautstärke nach vorne. So konnte man bereits in der dritten Minute einen blitzsauber vors Tünnesgehäuse getragenen Angriff über rechts durch eine sehenswerte Direktabnahme von Mittelstürmer Dirk Hastenteufel abschließen. Gleichzeitig wurde durch einen geradezu Herrbergerschen Schachzug des altinternationalen Trainergespanns  Lindenberger – van den Hoogerbats – Stölzle der gegnerische Starsturmführer und Torschützenkönig Heiko (Soho-Manager Carsten Richter in BILD Stuttgart: „An Ihm sind wir dran!“) von Wolle Schwenzig komplett aus dem Spiel genommen. Davon ließen sich die roten Teufel vom Ackermanns sichtlich beeindrucken und rührten aus Sicherheitsgründen zunächst einmal den guten alten Beton an. Leider mit Erfolg. Zwar spielten die Weißen gefällig nach vorne, doch am Tünnes-Strafraum war meistens Endstation.

Warum die Ackermänner bisher noch keinen Punkt in der Stadtliga abgeben mussten, stellten sie nach zwanzig Minuten eindrucksvoll unter Beweis. Die Soho-Anfangsoffensive kaum überstanden, nutzen sie ihren ersten konstruktiven Angriff eiskalt zur Führung. Allerdings stand ihnen dabei die Glücksgöttin Fortuna zur Seite. Der stramme Schuss des Tünnes’schen Spielmachers wurde ausgerechnet von van den Hoogerbeets unhaltbar ins eigene Tor abgefälscht.

Mit der Führung im Rücken hatten die Favoriten dann zunächst leichteres Spiel. Geschickt ließ man das Soho-Ballett bis zum Strafraum tanzen, stand dort sicher und beschränkte sich aufs Kontern. Allerdings hatten sie dabei die Rechnung ohne die Soho-Defensive gemacht. Denn bis auf zwei Schüsse bei denen die Meister in MVP-Goalie Jochen Louis ihren Meister fanden, ließen die Mannen um Abwehrchef Lindenberger im ersten Spielabschnitt keine Möglichkeiten mehr zu. So ging es mit dem knappen 0:1 Rückstand in die Pause.  

In der Kabine erwartete die elf 98er dann zunächst eine Hiobsbotschaft: Der bis dahin fehlerfrei aufspielende Elmar Fettinger konnte das Spiel nicht mehr fortsetzen. Grund: Er musste seine Schwiegermutter zur Fußpflege fahren. Doch das wurde mit einer Trotzreaktion beantwortet: Die Anfangsviertelstunde des Zweiten Hälfte gehörte ganz klar den Weißen. Angriff auf Angriff rollte auf das Tünnes-Gehäuse. Aber leider hatten die Ackermänner an diesem Tag einen Pakt mit dem Fußball-Gott geschlossen. Dieser isst offensichtlich keinen Thinfisch-Tomate-Pepperoni-Käse-Zwiebel-Toast, sondern erfreut sich lieber an einer gut sortierten Whiskey-Karte. Wie sonst ist es zu erklären dass zunächst Wolle Wägner aus 16 Metern die Latte, Bernd Hipfl von Halblinks den Pfosten und zu guter letzt Tom Lindenberger aus 35 Metern den Mannschaftsbus der auf dem benachbarten Rasen spielenden Rugby-Truppe von den Bloody-Bones aus Bahlingen traf? Eben.

Hatte man zunächst kein Glück, kam dann auch noch Pech hinzu: Nachdem die Sohoianer 85 Minuten auf ein Tor gespielt hatten, führte die erste Ecke der Ackermänner (Louis hatte mal wieder einen Unhaltbaren aus dem Winkel gekratzt) zum Super-GAU. Wolle Schwenzig, der zuvor alle 24 Zweikämpfe gewonnen hatte, verlor seinen ersten – und leider den entscheidenden: Heiko nickte die Hereingabe zum 0:2 ein – das Spiel war gelaufen. Zwar versuchten die unermüdlich kämpfende Soho-Selecao in den letzten Minuten noch einmal alles um zumindest den hochverdienten Anschlusstreffer zu erzielen – aber das Spiel hatte zu viel Kraft gekostet. So war der Schlusspfiff des Unparteiischen der letzte Höhepunkt des Westgipfels, der dem Namen „Spitzenspiel“ alle Ehre machte.

 Alles in allem kann man den 98ern trotz der unglücklichen Niederlage ein dickes Kompliment machen: Lange Zeit war man dem alten und durch diesen Sieg auch neuen Stadtliga-Meister ebenbürtig. Mit einer solchen Leistung dürfte es auch kein Problem sein durch einen Sieg am nächsten Sonntag um fünfzehnhundert gegen die Schlesinger-Jungs vom ASV Filderstadt den dritten Platz zu sichern und damit der erfolgreichste Saison in der 98elf-Geschichte ein würdiges Ende zu bereiten. 

sid/ts

 

Historischer Sieg im 6-Punkte-Spiel!

Erbitterte Schlacht durch eisernen Siegeswillen verdient gewonnen – 98elf erstmals auf UEFA-Cup-Platz

STUTTGART WEST – Geschafft! Erstmals in der Stadtligageschichte belegt die Truppe der Stuttgarter Szene-Eisdiele „Soho“  den zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb berechtigenden dritten Tabellenplatz. Möglich machte dieses historische Ereignis ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus der linksextremen Neckarstraße, dem damit ein für alle Mal gezeigt wurde, wo der Bartel den Most holt: im Tabellenkeller. Und das trotz des verletzungsbedingten Ausfalls unseres Koloss von Kilenien Ronaldiño, den der osmanische Ochse Vedi Vadavikia im Absch(l)usstraining aus der Stammelf direkt ins Hospital beförderte. 

Auf dem äußerst schweren Geläuf der Hoffeldarena taten sich sowohl die abermals in den schwarzen, allerdings von Muttersöhnchen van den Hoogerbeets aus Umweltschutzgründen nicht weichgespülten Leibchen, als auch die in weiß aufgelaufenen Hausbesetzer vom Stuttgarter Neckarstraßenkiez zunächst sehr schwer den zahlreich erschienenen Fans technisch anspruchsvollen Kombinationsfußball zu bieten. Getreu der blücherschen Angriffstaktik des altinternationalen Trainergespanns um Rotlicht-Rambo Rainer Burth gelang es der Soho-Selecao jedoch, durch ein starkes Fünfer-Mittelfeld um Altmeister Wolle Wägner, Jungstar Nils Linder und Pünktlichkeitsfanatiker Oli Scholl Ball und Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Allerdings erspielte man sich gegen die auch nicht gerade schwach besetzten Sozialleistungserschleicher seinerseits kaum nennenswerte Torchancen.

So mussten die besten Fans der Welt bis zur 29. Minute warten, um erstmals einen Anstieg ihres Blutdrucks zu bemerken. Ausgangspunkt war wieder einmal einer der brandgefährlichen Vorstöße des international bekannten Geburtstagspartyveranstalters und Soho-Innenverteidigers Sven van den Hoogerbeets, der nach seinem Solo durch das gesamte Mittelfeld butterweich auf die Schädeldecke unseres Kopfballungeheuers Thilo Stölzle flankte. Der wiederum sah den besser postierten Goalgetter Jörn Knesebeck und verlängerte ihm den Ball exakt in den Lauf, sodass ihn sein Gegenspieler nur durch höchst unsportliches Festhalten am Führungstreffer hindern konnte. Doch was in der Bundesliga ein klarer Elfmeter gewesen wäre, wird in der Stadtliga offensichtlich nicht gepfiffen. Das meinte zumindest der ansonsten fehlerfreie Referee und versagte unseren wackeren 98ern den Schuss vom ominösen Punkt, der dem Spiel sicherlich gut getan hätte. Denn so eliminierten taktisches Geplänkel sowie der Hoffelder Kartoffelacker Torraumszenen in jeglicher Form. Lediglich in der 42. Minute wurde es noch mal gefährlich. Eine herrliche Kombination der beiden Rückkehrer Wolle „Das Ruhrgebiet himself“ Schwenzig und dem Mann, den sie Baum nannten – Mittelstürmer Dirk Hastenteufel – schloss letzterer mit einem herrlichen Drehschuss aus halblinker Position  ab. Das Geschoss wurde jedoch vom aufmerksamen ICE-Keeper hervorragend pariert. So ging es mit einem für die Neckar-Zecken etwas schmeichelhaften 0:0 in die Pause.

Der zweite Spielabschnitt begann mit einem Paukenschlag. Gerade drei Minuten waren gespielt, als sich Macabu-Meister Matthew Marks ein Herz fasste und einfach mal aus 20 Metern abzog. Seinen Schuss, der von eine Radarkontrolle an der Strafraumgrenze mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurde, wehrte ein gegnerischen Verteidiger wagemutig aber regelwidrig im 16-Meter-Raum mit der Hand ab. Die daraus resultierende Knochenfraktur war aber nur das geringere Übel für ihn. Denn der aufmerksame Unparteiische entschied völlig zu Recht auf Handelfmeter. Und der wurde von Mittelfeldmotor Wolle Wägner in gewohnt sicherer Weise zum hochverdienten 1:0 verwandelt.

Nach dem Rückstand besannen sich die Mannen um ICE-Lokführer Marius auf ihre Offensivqualitäten und verstärkten den Druck auf das 98er Tor. Doch dort war ein ums andere Mal Endstation – entweder rannte sich der Gegner in der altinternationalen Dreierkette Lindenberger, van den Hoogerbeets, Fettinger fest oder der bestens aufgelegte Soho-Keeper Jochen Louis parierte die wenigen, dann aber brandgefährlichen gefährlichen Tormöglichkeiten des Gegners. So wie in der 61. Minute, als er den strammen Schuss eines ICE-Mittelfeldspielers abwehren konnte. Das allerdings genau vor die Füße des einschussbereiten Mittelstürmers, der, da er beim ersten Schuss im passiven Abseits stand, durch sein Eingreifen in Form des Erzielen des vermeintlichen Ausgleichs aktiv wurde. Deswegen – und das muss man neidlos als Weltklasseauslegung der passiven Abseitsregel anerkennen – wurde diesem Treffer vom routinierten Schiedsrichtergespann absolut regelkonform die Anerkennung verweigert, was bei den linksextremen Steinewerfern aus der Neckarstraße unverständlicherweise großen Unmut verursachte.

Im weiteren Verlauf des Spiels lagen die Nerven auf beiden Seiten blank. Leider ließen sich auch die sonst für ihre Fairness bekannten Sportskameraden von 98elf von den vielen Fouls und Nicklichkeiten der Neckarstraßen-Treter anstecken. So hatte der Unparteiische große Mühe, die Heißsporne auf beiden Seiten zu beruhigen. Als dann endlich wieder Fußball gespielt wurde sorgte ein kluger Pass des sonst eher rustikalen Mittelfeld-Abfangjägers Nico Weiser für die Vorentscheidung. Er spielte das Leder genau auf den im gegnerischen Strafraum sträflich allein gelassenen Nils Linder, der das Leder zum 2:0 in die Maschen wuchtete.

10 Minuten vor Schluss hätte dann der vom spanischen Zweitligisten Deportivo Damelo Porrito verpflichtete Filigrantechniker Nomo Fernadez-Ochoa alles klar machen können – nein müssen! Nach einem herrlichen Alleingang, bei dem er seine Gegenspieler zu Slalomstangen degradierte, zögerte er vor dem ICE-Goalie zu lange, sodass ihm der Libero die Kugel im letzten Moment vom Fuß spitzeln konnte. Wer auch nur einen funken Fußballverstand im Leib hat, weiß, dass so etwas immer  bestraft wird. Im Gegenzug stellte die Soho-Verteidigung, um den aufgrund eines zu harten und nicht mit der Teamleitung abgesprochenen Probetrainings bei den Frühlingsbällchen, das durch das Mitbringen einer Kiste Bier zum Mannschaftstraining abgegolten sein dürfte, von Krämpfen geplagten Tom Lindenberger (Hobbys: Torwandschießen und Discoluder) die Räume nicht richtig zu. Das konnte die Neckarstraßen-Offensive nutzen und aus 16 Metern zum unhaltbaren Anschlusstreffer einschießen.

Mit eisernem Kampfeswillen brachten die 98er den knappen Vorsprung über die Zeit und gewannen dieses richtungsweisende 6-Punkte-Spiel gegen einen direkten Tabellennachbarn knapp aber verdient mit 2:1. Der dritte Tabellenplatz ist somit erobert. Am kommenden Sonntag kann somit sogar nach höherem gegriffen werden. Um 17 Uhr kommt es zum jetzt schon völlig ausverkauften West-Schlager gegen den amtierenden Meister von Tünnes&Co. Und da dann auch wieder in standesgemäßen Ballett-Weiß aufgelaufen werden kann, ist vielleicht eine Sensation drin. Der Ball ist schließlich immer noch rund, dooooooooooooooo! 

 

98elf – Ouzo 12  4:4  (1:3)

Ein Punkt für die Moral!

Soho-Rastellis hören zu früh auf zu zaubern – hochklassiger Fußballkrimi endet mit unglücklichem Remis

STUTTGART WEST – Geführt, gepennt, gekämpft – ein verloren geglaubtes Spiel mit sensationellem Offensivfußball umgebogen und am Ende doch nur mit einem Punkt belohnt – nach dem Schlusspfiff wussten weder die völlig ausgepumpten 98elf-Spieler noch die zahlreich mitgereisten besten Fans der Welt ob Sie sich ärgern oder freuen sollten. In einem waren sich aber alle einig: Die vorangegangenen gut 90 Minuten, waren die besten und dramatischsten, die die Stadtliga Stuttgart seit langer Zeit gesehen hatte.

Durch die taktische Umstellung von Vierer- auf Dreierkette wurde sofort deutlich, dass sich unsere Jungs vorgenommen hatten, den eher müden Auftritt im Derby gegen die Röhre vergessen zu machen. So setzte man die Neulinge von Ouzo 12  vom Anstoß weg unter Dauerdruck. Unbeeindruckt von fiesen Psychotricks des Gegners – wie der eher schwache Versuch das Soho-Ballett durch neue, weiße Spielkleidung zu kopieren (wie Werber eben sind, wenn ihnen nichts einfällt) oder letzteres durch den Gebrauch ein und derselben Rückennummer zu verwirren – waren die elf 98er auch in den schwarzen Ausweichtrikots deutlich eleganter als der Gegner und ließ diesen in der Anfangsphase kaum aus der eigenen Hälfte kommen. So wurde das Sturmtrio Hipfl, Baylie und Stölzle ein ums andere Mal durch das bärenstarke Mittelfeld in aussichtsreiche Position gebracht.

Aus einem dieser herrlich vorgetragenen Angriffe – Barschlamper Nils Linder schickte seinen besten Kunden Thilo Stölzle in gewohnter Freitagnacht-Manier über rechts steil, der wiederum unseren Pfeilschnellen Mittelläufer Sir John Baylie durch einen klugen Diagonalrückpass im Strafraum einsetzte, so dass dessen Gegenspieler gar keine andere Möglichkeit hatte, als den britischen Bomber in Diskrepanz mit dem Regelwerk von den Beinen zu holen, woraufhin der Unparteiische völlig korrekt auf den ominösen Punkt zeigte – fiel dann die auch zu diesem frühen Zeitpunkt hochverdiente Führung: Der von der Teeniezeitschrift „11 Freundinnen“ zum Comebacker des Jahres gewählte Wolle Wägner wuchtete das Spielgerät kompromisslos und nervenstark in die Maschen des Gästegehäuses.

Mit der Führung im Rücken spielten die Sohoianer zunächst kombinationssicheren Angriffsfußball und erarbeiteten sich weitere Tormöglichkeiten. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde deutlich, dass auch die Anisschnäpse fußballerisch nicht auf der Brotsuppe daher geschwommen sind. Unsere Dreierkette bekam allerhand zu tun, stand jedoch außerordentlich gut. So entwickelte sich die erste Chance für die 12er aus einer Standardsituation. Die starke Kopfballabnahme des Freistoßes wurde jedoch von unserem Keepergott Jochen „Brother“ Louis hervorragend  pariert.  

Nach 35 Minuten kam allerdings der Bruch. Rechtsverteidiger und Eisenwade Elmar Fettinger, der sich während seinem völlig unverantwortlichen Funspochttrip auf die griechische Lustinsel Homos eine mittelschwere Verhärtung am Schließmuskel zugezogen hatte, musste vorübergehend vom Feld, um sich mit Vaseline behandeln zu lassen. Daraufhin fehlte die Zuordnung in der Hintermannschaft der 98er, was der Gegner eiskalt ausnutzte: Innerhalb von acht Minuten machten die elf Ouzo-Zwölfer, unter gütiger Mithilfe des Soho-Teams, das in dieser Phase weder die Räume zustellte, noch nahe genug beim Gegner war, aus dem knappen Rückstand eine klare 3:1 Führung. So ging man restlos bedient in die Kabine.

Dort müssen unsere Jungs die Geister von Fritz Walter, Toni Turek und Stan Libuda herauf- und sich noch mal richtig auf die verbleibenden 45 Minuten eingeschworen haben. Denn der unbedingte Wille, das Spiel noch umzubiegen und füreinander zu kämpfen, war unmittelbar nach dem Wiederanpfiff bis in den letzten Winkel der Hoffeld-Arena zu spüren. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das gegnerische Gehäuse. Und auch der verdiente Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Mit einem klugen Pass in die Spitze setzte die charismatische chilenische copa-mundial-Legende Rolandiño unseren Hormon-Haudegen Berndus Hipfl in Szene, der mit seinem Kopfball-Heber aus der Bruno-Labbadia-Abteilung den Ouzo-Keeper düpierte und den Anschlusstreffer markierte. Das machte die Soho-Selecao noch hungriger. Nur fünf Minuten später passte der von Türk Gücü Landshut verpflichtete Zipfiklopfer Vedi Vadavikia auf Nachtclub-Nils Linder, dessen platzierter Schuss aus 17 Metern zum mittlerweile hochverdienten 3:3 Ausgleich links unten  im Tornetz einschlug.

Auch auf dem Unentschieden wollten sich die über sich hinauswachsenden Modellathleten aus dem Stuttgarter Westen nicht ausruhen. Weiter ging es – immer in dieselbe Richtung. Chancen für die weißen Werber waren schlichtweg nicht vorhanden. In der 66. Minute folgte dann der Höhepunkt. Altstadt-Legende Rainer Burth spielte den an diesem Tag in Höchstform spielenden Berndallo Hipfl auf der linken Seite frei. Der ließ seinen Gegenspieler stehen, trieb das Leder schulmäßig bis an die Grundlinie und  flankte von dort aus millimetergenau auf den Kopf des in Horst Hrubesch-Manier hochgestiegenen Kopfballungeheuers Thilo Stölzle, der gegen die Laufrichtung des Torhüters zum vielumjubelten 4:3 einnickte.

Danach ging das Spiel auf höchstem Niveau rauf und runter, sodass selbst der Fußball-Gott mit der Zunge geschnalzt haben dürfte. Allerdings war er an diesem Tag mal wieder kein 98er, was sich in der 89. Minute herausstellen sollte. Nachdem die Verteidigung um Libero Lindenberger die Angreifer des Gegners bis dahin sicher unter Kontrolle hatte, machten die Werber kurz vor dem Abpfiff Reklame für Kombinationsfußball. Der Ball wurde fünfmal hintereinander direkt gespielt bis er in der Strafraummitte den Mittelstürmer der Ouzos fand, der ihn unhaltbar zum glücklichen 4:4 Ausgleich im Soho-Tor versenkte. Kurze Zeit später war das Spiel zu Ende. Dennoch gab es auch an diesem Tag einen Sieger: Den Fußball!

Fazit: Durch eine hochklassige Energieleistung gepaart mit hervorragender Moral und attraktivem Offensivfußball gelang es unseren Jungs ein Spiel zu drehen, das letzte Saison mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haushoch verloren worden wäre. Das sollte genügend Selbstvertrauen für das schwere Match am nächsten Sonntag um 17 Uhr gegen die wiedererstarkten Neckarstraßen-Anarchos geben. Und vielleicht hat man dann auch endlich das nötige Fortün. Wäre ja auch mal an der Zeit!
 

 
sid/ts
 

 

Lindenberger-Trauma findet kein Ende - Zu Heiß für Weiß!

„Mutter aller Spiele“ völlig unnötig aus der Hand gegeben – Sommerfußball in Abschnitt zwei kostet Sieg gegen Tunnelkicker

„Du kannst alles verlieren – aber gegen die Röhre muss ein Sieg her!“ – Soho-Urgestein Tom Lindenberger hätte es vor dem Spiel nicht besser formulieren können. Der zum Blut-Derby hochsterilisierte Stadtliga-Dauerbrenner 98elf vs. Die Röhre begann für unsere abermals in Ballettweiß gekleideten – und damit deutlich attraktiven (was sich durch mehrere Kreislaufzusammenbrüche des nicht weniger unwiderstehlichen weiblichen Anhangs äußerte) Jungs zunächst vielversprechend. Vor einer stabilen Abwehr ließ das Mittelfeld um die beiden Neuzugänge – dem Jungstar, Teenieschwarm und Cuba-Libre-Gott Nils Linder sowie dem bajuwarischen Bosporus-Brasilianer Wedi Wadawikia – unter oscar-verdächtiger Regie des Altmeisters Wolle Wägner – Ball und Gegner gekonnt laufen und hatte das Spiel sicher im Griff. Einzig der tödliche Pass in die Spitze ließ noch auf sich warten.

Dasselbe dürfte sich auch der von Manchester United heiß umworbene John Bailey gedacht haben. So fasste er sich nach knapp einer halben Stunde ein Herz, ließ seinen Gegenspieler gekonnt aussteigen und drosch das Runde aus
16 Metern zum hochverdienten 1:0 in den linken oberen rechten Winkel des Eckigen.

Wenig später wagte sich der von der einschlägigen Sportpresse mit Tünnes&Co in Verbindung gebrachte holländische Nationalspieler Sven van den Hoogerbeets („An den Gerüchten ist rein gar nicht dran – und Geburtstag hatte ich auch nicht!“) in die Offensive. Auf der rechten Außenbahn spielte er mit Thilo Stölzle, der ausgerechnet an diesem Tag die sonst gewohnte Aggressivität anscheinend beim Platzwart abgegeben hatte, in Celecao-Manier Doppelpass und flankte mustergültig auf den aufgerückten südafrikanischen Fußballgott und Stangenbar-Stenz Matthew Marks. Dessen wuchtiger Flugkopfball Marke „Akrobat schööööön“ wurde vom Röhre-Keeper Grillmeister Frank in Weltklassemanier gerade noch vereitelt werden. Die anschließende Ecke brachte nichts ein.

Gegen Ende der zweiten Halbzeit folgte dann die kalte Dusche: Nachdem Gaytunnel-Ikone Klaus im Mittelfeld nicht konsequent gestört wurde hielt er aus gut 25 Metern einfach Mal mit der Pike drauf und traf zum zu diesem Zeitpunkt Ausgleich. Gegen diesen Sonntagsschuss war selbst Torwart-Legende Jochen „Pilschen“ Louis völlig machtlos. Den trifft man höchstens alle 10 Jahre – und dann natürlich wieder gegen uns!

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte der schwach pfeifende Schiedsrichter aus der Neckarstraße den Röhre-Jungs fast noch den Führungstreffer geschenkt. Zunächst übersah er geflissentlich ein klares Foul beim Kopfballspiel gegen Kampfschwein Ove – dann entschied er auch noch unter Abwesenheit jeglichen Fußballverstandes auf Rückpass. Den fälligen Freistoß aus 7 Metern holte Jochen Louis jedoch katzenhaft aus dem Winkel.
Danach lag der Unparteiische (?) ausnahmsweise richtig: Er pfiff zum Pausentee.


Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes hatten die Mannen in Weiß wiederum eine gute Phase. Angriff auf Angriff wurde vor den Sechzehnmeterraum der Schwarz-Blauen vom Wagenburgtunnel getragen. Hier offenbarte man jedoch die größte Schwäche am heutigen Tag; Im Strafraum ging nichts – man spielte ohne Durchschlagskraft – ein Knipser wurde vermisst. Die verletzungsbedingsten Ausfälle von international erfahrenen Angreifern wie Goalgetter Jörn Knesebeck, Lars Abel, Dirk Hastenteufel (Gute Besserung mein Jung!) und last but not least „Mister 100-Prozent“ Uwe Dillmann konnten nicht kompensiert werden. Das gleiche galt für die rechte Außenbahn: Einen Elmar Fettinger ist eben durch nichts und niemanden zu ersetzten – das merkt man spätestens beim Duschen!

Aber wenn sich der Herr lieber in Rhodos die Sonne auf die dicken Waden scheinen lässt ist der Rest des Spiels schnell erzählt. Getreu der Fußball- und Homosexuellen-Weisheit „Wenn du vorne keinen reinmachst bekommst du hinten einen rein“ konnte die Röhre einen als Befreiungsschlag gedachten Pass über das gesamte Spielfeld nach einem Abwehrschnitzer zum glücklichen
2:1 nutzen. Daraufhin brachen unsere Mannen ein. Mit dem Schicksal hadernd gab man sich mehr oder weniger auf und drosch den Ball nur noch mehr oder weniger planlos nach vorne. Torchancen blieben Mangelware. Zudem übersah der Referee – über den schon genug geschrieben wurde – noch ein klares Handspiel des Fußball-Methusalems Peter und verweigerte den 98ern den fälligen Strafstoß. Anders hätten die müden Sohoianer den Ausgleich wohl auch nicht mehr erzielen können. Dass es an diesem Tag und vor allem gegen diese Mannschaft nur durch eisernen Kampf etwas zu holen gibt, vergas man völlig.
So kassierte man in der Schlussminute durch einen Konter folgerichtig auch noch das dritte Gegentor.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich unsere Jungs nach diesem schwarzen Derby-Erlebnis am kommenden Sonntag Nachmittag um 17 Uhr gegen den bärenstarken Aufsteiger Ouzo 12 wieder als weißes Ballett präsentieren und an die geschlossene Mannschaftsleistung vom Spiel gegen die Frühlingsbällchen anklopfen kann. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden.
 

Für alle, die dabei waren und nicht, der Spielbericht von Wolle "Werner Hansch" Wägner.

in der Nacht vom 30. auf 31. Januar zeigte das Team 98elf ein mal mehr einen großen teil seines unschätzbaren Potenzials.
aus einem 2:0 Rückstand nach 10 Minuten wurde bis ende des Spiels ein 5:2 gezaubert. umso höher ist dieses Ergebnis zu bewerten, als Spielertrainer und das gegnerische Mittelfeld ungewohnt waren. die Röhre-Kicker waren phasenweise noch flinker und sichrerer in der Abwehr und im Spielaufbau als die Stadtligasaison gezeigt hatte.
die 98elf Defense musste für das neu einstudierte 3er System bitteres Lehrgeld bezahlen, erholte sich jedoch schnell und wurde sich der physischen Qualitäten eines Sven Hoogerbeets und eines Tom Lindenberger bewusst. im Mittelfeld wurden die räume enger gemacht. in wolle Schwenzig und Nomo Captain ergänzten sich Dynamik und Spielkultur hervorragend. Maddeus Marks setzte noch tief in der ersten hälfte seine unwiderstehlich Marke und zimmerte nach gelungener Kurzpasskombination im Strafraum den ball zum Anschlusstreffer unter den Balken.


der anschließende Blockwechsel in der offense war der entscheidende Break im spiel der schwarz-roten. nun schlug die stunde des vielgescholtenen uwe Maria Dillmann. wie er in kurzer zeit auf engstem Raum zwei mal goldrichtig stand und in völliger Einheit mit dem Spielgerät seine Grundschnelligkeit und eiserne Coolness abmischend dem Gegner die Nase nach nord drehte war groß. es wurden warme Erinnerungen wach an die Tore eines Stürmers, die so nur der schießen kann: eben an die Tore eines uwe Maria Dillmann. weltklasse.
weltklasse auch der Treffer zum 4:2.


nach einer der zahlreichen Kurzpasskombis, trat Jan Spreen, der nun nach einem Blockwechsel im Mittelfeld am Zug war, in Erscheinung. ansatzlos aus 25 Metern fräste er einen Tunnel in die Hoffelder Höhenluft. vielleicht eines der schönsten 98elf-tore jemals.


der Schluss des Spiels gehörte uwe Majestät Maria Dillmann. nachdem er einen pass in die tiefe nicht mehr unter Kontrolle bekam, nahm er den weg zur Grundlinie, drehte sich in aller dillmannschen ruhe und legt überragend auf wolle Wägner ab, der nun einfaches Spiel hatte.
da fiel es nicht ins gewicht, dass zwischenzeitlich ein Kopfballtreffer von Dirk Hastenteufel wegen Foulspiels nicht anerkannt wurde.


der neu eingesetzte Torwart von HP Worldwide war auf seinem Stepdown an die Fußballbasis etwa das, was eine Altgediente Hebamme bei der Geburt ist. Geburthelfer eines großen Abends.
die röhre Kicker haben heute morgen
noch nach Überresten der mauer im Tor gesucht.